Über mich
Gunther
Oberscheider.
Psychologe aus Österreich, 42 Jahre alt, aktuell in München lebend. Seit 2019 begleite ich Menschen in psychologischer Beratung — tiefenpsychologisch orientiert, mit Aufmerksamkeit für das, was unter der Oberfläche wirkt.
Beratung, Vernetzung und Begleitung bei allen psychischen Symptomen. Im Mittelpunkt steht das Gespräch — als Raum für Klärung, Resonanz und Bewegung.
Ich arbeite stets selbstwertstärkend und ressourcenfördernd — gehe in die Tiefe und helfe zugleich im Alltag. Im Kern bin ich ein realistischer Optimist.

„Für mich ist Entwicklung potenziell immer möglich."
Tiefenpsychologisch · Beziehungsorientiert · Vertraulich
Fachgebiete
Themen, mit denen
ich vertraut bin.
- 01Substanzgebundene Abhängigkeitserkrankungen
- 02Affektive Erkrankungen
- 03Angsterkrankungen
- 04Psychotische Erkrankungen
- 05Persönlichkeitsstörungen
- 06Forensik
- 07Selbstwertproblematik
- 08Authentizität
- 09Individuation
- 10Integrationsarbeit vor und nach psychedelischen Erfahrungen
Werdegang
Erfahrungsräume,
aus denen ich schöpfe.
Abhängigkeitserkrankungen
Langjährige Erfahrung sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting.
Ambulante Erziehungshilfe
Begleitung von Familien und Jugendlichen in herausfordernden Lebensphasen.
Forensik
Tätigkeit im forensischen Kontext mit Fokus auf Beziehung und Veränderung.
Psychiatrie
Erfahrungen aus dem klinisch-psychiatrischen Alltag und der akuten Versorgung.
Betreute Wohngruppen
Psychologische Begleitung betreuter Wohngruppen mit überwiegend schizophren erkrankten Klient:innen.
Lebensweg
Vom Bergbauernhof
in die Welt.
Aufgewachsen bin ich in den Kärntner Nockbergen, auf einem Bergbauernhof, wo der Tag mit dem Wetter beginnt und nicht mit dem Wecker. Meine Mutter war Bäuerin, mein Vater Bauleiter, und mit meinem vier Jahre jüngeren Bruder hatte ich zwar einen Komplizen im Haus — aber doch jemanden, der noch in einer anderen Welt lebte als ich. Während er ganz traditionsbewusst in das Leben am Hof hineinwuchs, war ich neugierig auf das, was draußen lag.
Meine eigentlichen Vorbilder in der Kindheit waren meine beiden älteren Cousins. Sie öffneten mir die Tür in eine Welt jenseits von Stall und Wiese: Musik, Film, Kultur, Literatur, Sport. Über sie kamen die ersten Platten ins Haus, die ersten Bücher, die ersten Geschichten von Menschen und Orten, die weit weg waren. Ich entschied mich früh, mich an den Älteren zu orientieren — und das hat meine Wahrnehmung geprägt: die Berge als Heimat, die weite Welt als Versprechen.
Die Tiere am Hof waren meine ersten Lehrer in Sachen Geduld und Mitgefühl, und die Berge meine ersten Lehrer in Sachen Demut. Als Kind war ich eher der Stille. Lieber malte ich, sammelte Mineralien und betrachtete sie im Licht, als dass ich dem Ball hinterherlief. Fußball und Tennis — das war für die anderen. Ich war im Wald, an den Bächen, an den Seen. Später kamen Computerspiele dazu, Pop, Rock, Hollywoodfilme. Besonders die Heldengeschichten haben mich gepackt: Menschen, die durch Dunkelheit gehen und verändert wieder herauskommen. Meine Fantasie war groß, meine Wahrnehmung tief — ich war ein sensitives Kind, das früh ahnte, dass hinter den Dingen noch etwas anderes liegt. Schon damals wollte ich verstehen, warum Menschen denken, fühlen und handeln, wie sie es tun.
In der Schule war ich zunächst der Gewissenhafte. Bis irgendwann der Rebell durchbrach. Motorradrennen, Rock, Punk, Trance, durchtanzte Nächte — aus dem introvertierten Bub wurde ein extrovertiertes Feierbiest, allerdings eines ohne Kompass. Ich machte einen Lehrabschluss als Elektroinstallateur, weil man eben irgendetwas macht. Dann kam ein schwerer Motorradunfall und mit ihm die erste größere Kursänderung: Umschulung zum EDV-Techniker.
In dieser Zeit klopften die ersten Panikattacken an. Zum Psychologen? Nie im Leben — dachte ich. Bis der Leidensdruck größer war als der Stolz. Ich ging hin, bekam die Panik überraschend schnell in den Griff — und blieb fasziniert zurück. Was war das für ein Apparat, der da in mir Symptome produzierte und sich über das Gespräch wieder beruhigen ließ? Diese Faszination hat mich nicht mehr losgelassen.
Es folgten Gelegenheitsjobs, Abendschule, Berufsreifeprüfung — und damit das Tor zur Universität. Ich begann Psychologie und Philosophie, schloss die Psychologie mit dem MSc ab und las mich parallel durch Berge psychodynamischer und philosophischer Literatur. Feiern gehörte nicht mehr dazu, dafür war ich schon zu alt — und ehrlich gesagt: zu neugierig auf andere Dinge. Stattdessen Sport, viel Sport. Radfahren, Kajak, Wandern, Klettersteige, Wintersport. Und Meditation, viel Meditation. Der Wald und die Berge waren wieder da, nur diesmal als bewusst gewählte Heimat.
Bis das Backcountry mir das nächste Lehrstück verpasste: ein schwerer Sportunfall, ein Nahtoderlebnis. Solche Momente sortieren das Leben neu, ob man will oder nicht. Ich wollte trotzdem noch mehr — startete das Doktorat in Psychologie und lief direkt in ein Burn-out. Auch das eine Lektion: Selbst der gute Vorsatz kann zu viel werden, wenn man nicht hinhört. Ich gab das Doktorat auf und begann stattdessen die Ausbildung zum psychodynamischen Psychotherapeuten. Die Hälfte liegt hinter mir.
Aktuell befinde ich mich in einer leisen, aber spürbaren Neuorientierung: weg von der klassischen Psychoanalyse nach Freud, hin zur analytischen Psychologie nach C. G. Jung. Die Symbolsprache der Seele, der Schatten, die Individuation, die archetypischen Heldengeschichten meiner Kindheit — plötzlich passt vieles zusammen, was lange parallel lief.
Und das Leben? Soll wieder weiter werden. Mein Ziel ist es, mehrere Monate im Jahr um die Welt zu reisen — andere Landschaften, andere Menschen, andere Perspektiven. Genau deshalb arbeite ich heute online: Der Resonanzraum, den ich anbiete, ist nicht an einen Ort gebunden. Ein gutes Gespräch trägt — ob du in Wien sitzt, in Berlin, in Zürich oder ich gerade an einem Bergsee in Norwegen.
Vom stillen Bub mit Mineraliensammlung über den Rennfahrer mit Punk im Ohr bis zum Psychologen mit Jung im Rucksack — es war kein gerader Weg. Aber vielleicht ist genau das die beste Vorbereitung, um andere auf ihren eigenen, ebenso ungeraden Wegen zu begleiten.
Berufserfahrung
Stationen,
die mich geprägt haben.
Mein Berufsweg begann 2018 in Österreich — parallel zum Start meiner Forschungstätigkeit als angehender Doktor der Psychologie arbeitete ich als Familienintensivbetreuer und begleitete Familien in herausfordernden Lebensphasen.
2019 zog ich nach Berlin und begann die Ausbildung zum tiefenpsychologischen Psychotherapeuten. Zunächst arbeitete ich als Psychologe im Betreuten Wohnen, überwiegend mit schizophren erkrankten Klient:innen. Im Rahmen der Therapieausbildung folgte ein Jahr in der stationären Suchtrehabilitation und ein halbes Jahr in der Forensik — in der Arbeit mit psychisch kranken Straftätern.
Anschließend zog ich nach München und leitete fast vier Jahre die ambulante Suchtrehabilitation am Starnberger See. Seit 2024 bin ich zusätzlich als selbstständiger Psychologe bei Instahelp tätig, seit 2026 auch bei BetterHelp — und damit international online erreichbar.
Aus dieser Vielfalt an Settings — Familie, Wohngruppe, Klinik, Forensik, ambulante Reha, Onlineberatung — ist ein besonderes Interesse für ein breites Spektrum psychischer Themen gewachsen: Abhängigkeitserkrankungen, Panik- und Angststörungen, Anpassungsstörungen, wahnhafte Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Essstörungen, bipolare Störung und Depression.
Was all diese Räume verbindet, ist für mich dasselbe: das Gespräch als Ort, an dem Verstehen beginnt und Veränderung möglich wird.
Kontakt
Lass uns ins Gespräch kommen.
Wenn du dich angesprochen fühlst, freue ich mich über deine Nachricht. Das Erstgespräch ist unverbindlich und dient dem gegenseitigen Kennenlernen.